21.04. (A) Feldbach, Wheelbite Festival

24. April 2006

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Sightseeing in Wien .. war ja klar. Schön die Hofburg mitgenommen, den Stephansdom und jede Menge Eis. Feldbach ist zwar nur 150km entfernt, aber eine Vollsperrung der Autobahn aufgrund mehrer brennender Fahrzeuge lässt uns lange in brütender Hitze im Stau stehen …

Schließlich kommen wir doch pünktlich in Feldbach an, einem beschaulichen Dörfchen mitten in der niederösterreichischen Flur …. Hier findet folgendes statt „Indoor Skate Contest & International Music Festival“. Die größte Veranstaltung dieser Art lockt inzwischen über 1000 Skate- und Musikbegeisterte Jugendliche. Als wir die Halle betreten in der die Bühne steht fällt uns auch schon mal gepflegt die Kinnlade runter: WOW. Ganz schön groß.

 

Wir spielen als 3te Band, vergnügen uns bis zur Show mit Duschen und kollektivem Abhängen im Backstagebereich. Die Show vor einer durch die wirklich riesige Halle sehr schwer zu schätzenden Zuschauerzahl läuft bis auf einen Kabel-Aussetzer bei Konrad super. Das Publikum ist allerdings schon ziemlich müde und die unter 16jährigen müssen nach unserm Konzert die Halle verlassen. Mario verschenkt heute Süßigkeiten am Merch.

 

Nachts fahren wir in einen sehr idyllischen Landgasthof und schlafen wunderbar in rotweiss-karierten Betten. Manchmal ist es so schön auf Tour zu sein ….

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20.04. (A) Wien, Movimento

24. April 2006

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Das Team Fahrer und Lotse, bestehend aus Mario und Konrad löst heute mit Bravour die Tagesaufgabe „Finde den Club mit falscher Wegbeschreibung“. Der Lösungsweg zeichnete sich dadurch aus, das sowohl die Abkürzung als auch der Umweg befahren wurden, so dass wir 19.00 Uhr gut gelaunt ankamen. Beim ersten Check des Clubs fühlte sich der eine oder andere leicht unangenehm an unsere Show in Kranj in Slowenien 2004 erinnert … doch spätestens beim Anblick der liebevoll zubereiteten Käseplatte im Backstage verflogen diese Gedanken. Die Supportbands hatten wohl beide abgesagt, was leider den faden Beigeschmack einer rudimentären Organisation hinterließ. Das morgige Plasticbomb-Festival im Movimento hatte offensichtlich alle Kapazitäten der Veranstalter gefordert. (unter anderem sind morgen die Jesus Skins hier auf der Bühne … aha!) Die extra dafür aus Deutschland schon früher angereisten Punks sind heute auch unsere einzigen zahlenden Gäste. Es gibt natürlich auch heute wieder Polizeialarm inklusive Konzertabbruch nach 15min. Den zweiten Block beginnen wir dann verkleidet und geben uns als andere Band aus. Auch unser neuartiges Merchandise-Konzept: „Kaufe einen Button und bekomme eine Schachtel Zigaretten geschenkt“ wurde von Mario extra für den heutigen Abend entworfen und funktioniert tadellos! Endlich fort mit den russischen Sargnägeln! Der Abend klingt, von vielen Drinks weichgespült, mit tiefen Einblicken in das Selbstverständnis der Punkbewegung an der Bar aus. Ich schlafe im Bus.


19.04. München, Sunny Red

24. April 2006

Ausgiebiges Sitzen auf kalten Steinen soll dem Volksmund zufolge unweigerlich zu Haemorrhoiden fuehren; eine Hypothese der wir hier (leider) nicht auf den Grund gehen koennen, dass ausgiebiges Touren zu Verfallserscheinungen fuehrt kann unsererseits allerdings in vollster Aufrichtigkeit  bestaetigt werden.

Muenchen bot in dieser Hinsicht das Exempel der Dekadenz: Das Gelage im Italiener wurde herzallerliebst vom kuehlen Blonden untermalt und vom Champions League Halbfinale begleitet, die Bandwohnung unter dem Dach des Klubs wusste mit Riesenkuehlschrank voller fluessiger Spezereien zu erfreuen und als I-Tuepfelchen sorgte noch der Superlustige Mario (der ab dato seine Fahr- und Merchkuenste zur Verfuegung stellte) mit einer Flasche Tequila fuer den geschmeidigen Ausklang des Abends zur vorgerueckten Stunde.

Die Herzen schlugen also hoeher, von Stress war kaum etwas bzw. nix zu spueren, das Konzert selber (fast haette ich es vergessen :-)) dann eher familiaer und trotzdem in angemessener Schnelle ueber die Buehne und nur der arme Corny war nachher ein klein wenig aus der Puste. 🙂

Wanderer, kommst Du nach Muenchen, dann verkleide Dich als Musiker, geniesse das Leben und  lege Zeugnis ab von den lukullischen Genuessen, die Deiner warten!

Benjamin


18.04. Münster, Metro

24. April 2006

Erst Luna Bar, dann Skaters Palace schließlich während der laufenden Tour noch die Verlegung in die Metro – der Konzertbesucher in Münster hatte es an diesem Tag schwer die richtige Location zu finden. Aller Dank geht an Jan / Headmusic der unter Einsatz seines Lebens die Show doch noch ermöglicht hat. Die verschiedenen Konzertankündigungen in der Münsteraner Presse waren dann wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass sich nur relativ wenige Zuschauer in der Metro einfanden. Immerhin war Julia trotzdem extra aus Recklinghausen angereist! Die erste Band No Talent Necessary legte auch gut vor, mit flottem Skatepunk und lustigen Coverversionen! Super! Leider stand unsere Show heute wieder unter keinem guten Stern, nach gut 20min hatten findige Anwohner bereits die Polizei darüber verständigt, dass ein ungewöhnlich gutes Rockkonzert ihre leidenden Ohren belaste. Uns blieb nichts anderes übrig als auf Zimmerlautstärke umzustellen. Leider. Steffi hatte ja heute auch ihren letzten Abend mit uns, und wurde, als sie leicht angeheitert nach einem abendlichen Umtrunk in der Stadt im Club zu uns stieß, von uns und dem Publikum  erfolgreich dazu überredet, das Gedicht „Der Frosch“ auf Lausitzer Mundart vorzutragen. Wunderbar.

 
Sächsische Mundart ist überhaupt auch unser Geheimnis auf dieser Tour, um geringe Besucherzahlen oder widrige Umstände, die dem Konzertspaß abträglich sein könnten, gekonnt zu umgehen und auf einer ganz neuen Ebene zueinander zu finden …. Helm ab Frau Mütze.


17.04. Groningen, De Kar

21. April 2006

Das De Kar ist eine Kneipe mit angeschlossener Bühne und verspiegelter Tanzfläche, auf der illustre Gestalten die Groninger Nächte zum Tage machen. Da das Lokal erst 23.00 Uhr öffnet, und für Bands der GetIn auch nur eine Stunde früher ist, blieb also genügend Zeit um in Wouters typisch niederländischen Wohnung zu relaxen.

Meine Erkältung macht mir inzwischen ordentlich zu schaffen, auch Joe ist noch nicht wieder völlig fit und Steffi ist ebenfalls ziemlich verschnupft.

Den Abend eröffnen heute mit einem satten 45min Set Anydaynow, wir kennen uns ja bereits aus Leer und Emden. Am Tresen sitzen immerhin einige Gäste und trinken Grolsch, Anco und Linda schauen auch vorbei. Als wir gegen 01.00 Uhr die Bühne stürmen wirkt alles erst etwas unwirklich, was wohl an der Tageszeit liegt, aber als sich die ersten Partygäste auf die Tanzfläche trauen und alle (emotionalen) Hüllen fallen, sind wir auch wieder in unserem Element. Sprünge von Boxen und Bühne und allem was nicht niet- und nagelfest ist, dem Publikum scheints zu gefallen und wir haben bei „Beautiful" sogar einen Gastsängerauftritt. In uns völlig fremden guttural- und glottal-Lauten wird in cismollkreuz7major intoniert und improvisiert. So gegen 01.20 Uhr füllt sich der Laden nochmal zusehends, wahrscheinlich haben dafür einige andere Lokale geschlossen. Wir spielen trotzdem unser bis dato kürzestes Set auf der Tour – 30min und vorbei. Steffi, Joe und Konrad tanzen noch wild und jeder Hit des DJ´s wird mit neuen Choreographien bedacht … irgendwann Bus … irgendwann Schlafsack … ich schnarche angeblich wieder … tsssssss.


16.04. Bremen, Buchte

21. April 2006

05.00 Uhr Ankunft in Bremen, Naddys Wohnung und: Schlafplätze!

13.00 Uhr Ostersonntags-Frühstück

14.00 Uhr Schlafen

17.30 Uhr Abfahrt zum Club

Das Ostersuperrock-Festival wartete mit 5 Bands auf, wir auf Position 2 – ganz im Sinne unserer Physis und Psyche. Die Show lief dann vor 120 Besuchern auch auf Hochtouren, sowohl musikalisch als auch showtechnisch. Nass bis auf die Haut holte ich mir nachher im leicht kühlen Backstage den Anfang einer klassischen Erkältung. Marko setzte die Nacht mit Naddy und Anni traditionell im Tower fort, während der Rest eilig in die Wohnung fuhr, um vor 01.00 Uhr (das erste Mal auf der Tour!!) im Bett zu liegen.

Die letzten Reste aus Kühlschrank und Bäckereiauslage wurden nach heuschreckenart am nächsten Mittag von uns vernichtet.

Naddy, wenn du uns mal besuchen kommst, dann darfst du auch soviel essen. Versprochen!


15.04. Emden, Grusewskys

21. April 2006

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Mit dem Besuch des Wattenmeeres begann die Kette der Höhepunkte und Novitäten dieses Tages. Im vom Rauch der Osterfeuer schon gut angereicherten Emden angekommen, schauen wir uns noch kurz die verschlafenen Gesichter von Colourful Grey an, die sich gestern nach der Show in Leer – wie auch immer – noch auf den Weg nach zum ortsansässigen Bernd von Anydaynow gemacht hatten. Beim Anblick des Clubs (ab wann ist ein Club eigentlich ein Club ….?) fielen verschiedene spontane Äußerungen die ich schon wieder verdrängt habe, aber von Alex kam der schicksalsschwere Satz „Laßt uns schnell aufbauen und ab acht an der Bar sitzen". Das Grusewskys ist eine gemütliche ostfriesische Kneipe in der schon diverse Blues- und Folk-Einzelinterpreten ihre Sternstunden erlebten, Rockbands unserer Couleur und vor allem mit unseren Backline-Ausmaßen wohl aber eher seltener gastieren. Als die Busse beider Bands leer sind, ist der Club voll. Auf der Bühne, den Tischen, Fußboden, dem Barpiano und der Bar – überall Gitarren, Kabel, Schlagzeugteile …. Als der Ladenbesitzer uns dann mehrfach freundlich aber bestimmt darauf hinweist, dass er in 20min öffnen möchte und bitteschön ALLES weggeräumt sein muß, sind wir leicht konsterniert. Natürlich kann man hier nicht laut spielen. Unser Plan, das gesamte Set auf Swingnummern umzustellen scheiterte allerdings auch …. Ab acht saßen alle an der Bar.

Unsere Show in Zimmerlautstärke vor freundlichem älteren Publikum, welches seine Euphorie nur mühsam verbergen konnte, hatte immerhin den Vorteil, dass wir weniger verschwitzt als sonst von der Bühne gehen. Colourful Grey boten einen Mix aus Singer/Songwriter und leichten musikalischen Häppchen — was fürs Herz. Wir fahren nachts noch nach Bremen weiter, allerdings nicht ohne uns vom Wirt im besten Bluesbrothersstyle informieren zu lassen, dass beide Bands für EUR 188 getrunken haben … naja, es gab Whiskey. Wir verabschieden uns von Colourful Grey und reiten (in unserem Bus reitet auch ein Reiher mit …) in die Nacht.